Wissenswertes

Leben an Bord

Mitseglerin nach erfolgreichem Aufschießen der Schoten

 

Die Teilnehmer*innen der Mitsegelgruppe sind der wesentlichste Teil der Crew. Sie übernehmen je nach ihren Fertigkeiten, Kenntnissen und ihrer Eignung verschiedene Aufgaben unter Aufsicht der Stammcrew. Dazu gehören das Setzen und Bergen der Segel sowie die Bedienung von Leinen bei den verschiedenen Segelmanövern. Weitere Aufgaben sind das Fendern beim Anlegen, Rudergehen und Ankerwache halten,

ebenso Backschaft ("Küchendienst") und klar Schiff ("sauber machen").

 

Auf der Fortuna arbeiten wir nach einem Wachsystem mit wechselnden Zuständigkeiten. Hier die wichtigsten Grundzüge:

  • Die Mitsegelnden werden in drei Gruppen zu je 4-6 Personen eingeteilt, die sogenannten Wachen. Diese Wachen haben nun verschiedene Funktionen, sowohl im seglerischen, als auch im "hauswirtschaftlichen" Bereich.
  • Eine Wache ist immer für den gleichen Segelbereich (Besan-, Groß- bzw. Vorsegel) zuständig, sodass alle im Laufe des Segeltörns eine gute Routine auf ihrer Position erlangen. Jeder Wache ist ein Stammcrewmitglied fest zugeordnet, das alle Manöver erklärt, anleitet und beaufsichtigt.
  • Nun wollen alle an Bord regelmäßig etwas essen und das Schiff muss sauber gehalten werden. Auch hier gibt es drei Aufgabenbereiche, die zwischen den Wachen abgewechselt werden: den "Kalte Mahlzeiten"-Dienst, den Dienst "Warme Mahlzeit" und den "Klar Schiff"-Dienst. Zu letzterem gehört auch das Mehl mahlen für das an Bord gebackene Sauerteigbrot.

Um mehr über das Leben an Bord zu erfahren, schau dir unser Video an:

Video: Klassenreise auf der Fortuna

Häufig gestellte Fragen

Mitseglerin auf der Ladeluke

Wer kann mitsegeln?

Alle, die genügend Begeisterung mitbringen. Das Mindestalter (ohne Begleitung der Eltern) beträgt zwölf Jahre. Niemand muss etwas tun, was er oder sie nicht leisten kann; niemand muss besondere Vorkenntnisse haben oder besonders leistungsfähig sein. Es sollen aber alle die Bereitschaft mitbringen, nach ihren Möglichkeiten mit anzupacken und zum Gelingen der Reise beizutragen.

Nichtschwimmer*innen tragen grundsätzlich eine Schwimmweste.

In der Vergangenheit sind beispielsweise auch Rollstuhlfahrer*innen, Menschen mit Lernschwierigkeiten oder anderen kognitiven Einschränkungen, Sehbehinderte, Menschen mit Atemgeräten für die Nacht oder Diabetiker auf Reisen immer wieder mitgefahren.

 

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"Guck mal, da segeln wir hin!"

Wo segeln wir denn hin?

 

Wohin der Wind uns weht! Morgens nach dem Frühstück besprechen wir gemeinsam mit Blick auf den neuesten Wetterbericht unsere Ideen für den Tag. Ein über viele Jahre aufgebautes Gespür für die individuellen Möglichkeiten der Mitsegler bietet dabei ein hohes Maß an Sicherheit. Wichtig ist zudem, dass wir am Ende des Törns unseren Zielhafen erreichen.

 

Liegen wir abends immer im Hafen?

Meistens schon. Es ist aber auch gut möglich, dass wir nachts vor Anker liegen oder – je nach Gruppe – auch durchsegeln. Was wir tun, hängt vom Wetter und den Wünschen der Mitsegelnden sowie der Lagebeurteilung der Schiffsführung ab.

 

 

Gibt es Duschen und Toiletten auf dem Schiff?

Es gibt zwei Toiletten mit Waschbecken sowie eine Deckspumpe, an der sich mit Frischwasser gewaschen oder mit einem Eimer auch "geduscht" werden kann. Je nach Außentemperatur kann das angenehm oder sehr kühl sein. In vielen Häfen gibt es Duschen und Toiletten.

 

 

Gibt es Strom an Bord?

 An Bord gibt es ein Stromnetz und mehrere Generatoren, sodass die Stromversorgung für die zum Schiffsbetrieb notwendigen technischen Geräte immer gesichert ist.

Wenn wir im Hafen liegen und Landstrom haben, können die Steckdosen an Bord genutzt werden. Wenn wir nicht im Hafen liegen, versuchen wir jedoch, so viel Strom zu sparen wie möglich und nutzen zum Beispiel Petroleumlampen für die Beleuchtung.

 

 

Sind wir an Bord erreichbar?

Handys haben im Seegebiet zwischen Deutschland und Dänemark fast überall Empfang. Da diese aber nicht täglich geladen werden können, sind die Teilnehmenden nicht immer erreichbar. In dringenden Fällen sind wir auch über die UKW-Küstenfunkstellen erreichbar.

 

 

Gibt es eine Heizung auf dem Schiff?

Ja, es gibt an Bord eine Ölheizung. Allerdings halten wir uns tagsüber meistens an Deck auf und auch unter Deck ist es bei kalter Witterung deutlich kühler als in einem Haus. Da es auch im Sommer auf See sehr kühl sein kann, sind warme Kleidung und ein warmer Schlafsack unabdingbar.

Wie ist das mit dem Kochen?

An Bord gibt es eine sehr gut ausgestattete Kombüse mit fließendem Wasser, einem 5-flammigen Gasherd, zwei Backöfen und allen Utensilien, die man zur Versorgung großer Gruppen braucht.
Bei der Einkaufsplanung und der Auswahl geeigneter Gerichte helfen wir gerne mit unserem "Fortunakochbuch", das den Gruppen im Vorfeld einer Reise zugeschickt wird. Hier finden sich viele verschiedene geeignete Rezepte und Mengenangaben für den Einkauf.
Für das Frühstück und für Zwischenmahlzeiten backt die Stammcrew täglich frisches Sauerteigbrot.

 

 

Fahren wir viel mit Motor?

Der Motor ist für die Hafenmanöver und für Flaute vorbehalten. Es wird wann immer möglich gesegelt und die Maschine schweigt.

 

 

Was ist eigentlich mit der Seekrankheit?

Seekrankheit kann jede*n treffen. Es spielt dabei keine Rolle, ob man schon häufig auf See war oder ob man zum ersten Mal segelt. Alle können durch entsprechendes Verhalten (keine unangenehmen Tätigkeiten unter Deck, angemessene Beschäftigung an der frischen Luft) das persönliche Risiko der Seekrankheit minimieren. Trotz alledem tritt bei etwa einem Viertel unserer Fahrten vereinzelt Seekrankheit auf. Das Gute daran ist aber: Im nächsten Hafen ist alles vorbei und der Hunger umso größer. Und: Wer einmal seekrank war, ist zumeist für die Dauer dieses Törns davon geheilt.

Ist die Fortuna ein sicheres Schiff?

Die Unversehrtheit der Mitsegelnden hat immer oberste Priorität! Wir fahren in der Regel mit 4-5 Stammcrewmitgliedern, die besonders die Gefahren für beeinträchtigte Menschen an Bord abschätzen können. Aus der Erfahrung der vergangenen 20 Jahren können wir berichten, dass mehr Verletzungen während der Landgänge passieren als auf dem Schiff. Die Unfälle auf dem Schiff treten überwiegend im Küchenbereich auf.

Die Fortuna hat ein von der Berufsgenossenschaft Verkehr ausgestelltes „Sicherheitszeugnis für Traditionsschiffe“. Dafür müssen wir immer wieder umfangreiches technisches Gerät anschaffen und aktuell halten, sowie bauliche Veränderungen vornehmen. Die Schiffsführer*innen segeln seit vielen Jahren und haben sich durch Sicherheitslehrgänge auf alle Eventualitäten vorbereitet.

An Bord gelten folgende Grundsätze:

  • Gegenseitiges Helfen und Unterstützen ist oberstes Prinzip.
  • Niemand führt Arbeiten aus, die ihm*ihr gefährlich erscheinen.
  • Je mehr ich weiß, desto sicherer kann ich mich an Bord bewegen.
  • Bei stärkerem Seegang, bei Dunkelheit, im Klüvernetz und im Beiboot werden grundsätzlich Rettungswesten getragen.
  • Kein Alkohol während der Fahrt!

Der Schiffsbetrieb auf der Fortuna folgt einem von der Berufsgenossenschaft Verkehr Abt. Schiffssicherheit zertifizierten Betriebssicherheitssystem nach ISM-Code (International Safety Management) der IMO (International Maritime Organisation). Das beinhaltet periodische Kontrollen und Wartungen im ein-, zwei- und vierwöchentlichen Rhythmus und Sicherheitsübungen, die einer Evaluation unterliegen.

 

 

Wie schnell ist im Notfall ein Arzt erreichbar?

 

Im Seegebiet zwischen Deutschland und Dänemark ist ärztliche Hilfe über Funk jederzeit zu erhalten. Falls ein Arzt an Bord gebracht werden muss, ist dies innerhalb weniger Stunden möglich. Es gibt an Bord eine gut sortierte, gepflegte und umfassende Bordapotheke zur Erstversorgung.

 

 

Welche Qualifikationen hat die Stammbesatzung?

Alle Schiffsführer*innen und Steuerleute haben jahrelange Erfahrung und sind mindestens Inhaber eines Sportseeschifferscheins mit Zusatzeintrag der Befähigung zum Führen von Traditionsschiffen.

Durch jährliche Ausbildungstörns werden alle Stammcrewmitglieder in allgemeiner Sicherheit, Feuerschutz, Navigation und vielem mehr regelmäßig geschult.

Während des laufendes Betriebs führen wir mehrmals im Monat Übungen zu Evakuierung und Brandbekämpfung sowie Rettungsübungen durch. Zudem führen wir regelmäßig Übungen mit den Seenotrettern der DGzRS in Maasholm durch. Ein paar Bilder dazu findest du in einem Logbucheintrag.

 

 

Weitere Fragen?

 

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